2010-07-04 - Eurobowl geht nach Berlin
Ein Gipfeltreffen auf höchstem Niveau bot die 24. Auflage der Eurobowl
Die Vienna Vikings hatten auf der Hohen Warte die Berliner Adler zu Gast. 5.000 Zuschauer sahen eine Partie, die einem Finalspiel in jeder Hinsicht würdig war und buchstäblich bis zur letzten Sekunde spannend blieb. Weder das schöne Sommerwetter noch die eben begonnen Schulferien konnten die heimischen Fans vom Besuch des Finales abhalten, nach dem Einlauf und den Hymnen sahen sie zunächst einen Abtausch der Turnovers. Die Adler kamen mit der Offense aufs Feld, verloren den Ball durch eine Interception (Chauncey Calhon) und bekamen ihn durch einen Fumble retour (Josiah Cravalho). Nach knapp vier Spielminuten war es Talib Wise der die Gäste in Führung brachte. Die Wikinger glichen noch im ersten Viertel durch Chris James aus und gingen durch ihre zweite Interception (LB Mike Brannon) in Führung. Der nächste Drive der Adler wurde auf ein Field Goal beschränkt, die Wikinger zogen durch Chauncey Calhoun auf 21:10 davon. Doch noch vor der Pause gelang den Berlinern der Gegenschlag, WR Thomas Emslander verkürzte auf 21:17.
Die Adler kamen energiegeladen aus den Kabine, rissen die Führung durch Talib Wise zweiten Touchdown wieder an sich und versuchten die Wikinger zu stoppen. Ohne Erfolg, wieder lief Chauncey Calhoun in die deutsche Endzone. QB Kyle Callahan erklärte das Spiel dann zur Chefsache, erlief den nächsten Touchdown selbst und stellte noch im dritten Viertel auf 31:28 aus Sicht der Adler. Der folgende Drive der Vikings führte zu nichts, eine Interception von Chauncey Calhoun brachte Ihnen aber nicht nur den Ball rasch zurück sondern positionierte diesen auch an der Berliner 10-Yard-Linie. Jetzt schlug die Stunde der deutschen Defense: Sie konnte die Wikinger am Touchdown hindern, das Field Goal war zwar gut, stellte aber nur den Gleichstand wieder her. Der letzte Drive der Adler war dann eine Demonstration zum Thema Siegeswillen: Unerbittlich arbeiten sie sich Richtung Endzone vor, Talib Wise musste ein Fourth Down verwandeln, bis endlich - eine Sekunde vor Schluss - Kicker Benjamin Scharweit zum Field Goal antreten durfte. 52 Yards sind eine Distanz, die man in Österreich sonst nur bei Übertragungen der NFL erfolgreich getreten sieht - Benjamin Scharweit hatte damit keine Probleme und beförderte die Adler in den siebten Football-Himmel.
Würdig - anders kann man dieses Endspiel nicht beschreiben. Angefangen vom Rahmen, eine seit langer Zeit das erste Mal wieder richtig volle Hohe Warte, über den Einsatz der Mannschaften, bis zur nicht enden wollenden Spannung. Zwei ebenbürtige Teams, die nicht fehlerfrei spielen, aber sehr diszipliniert und mit vollem Einsatz kämpfen. Die Vikings vertrauen wie immer auf ihr Laufspiel mit Josiah Cravalho, der Wikinger des Tages ist aber eindeutig Chauncey Calhount mit zwei Interceptions und zwei Touchdowns. Zu Beginn des Spiels konnten die Wiener das Berliner Laufspiel gut kontrollieren, die kurzen Pässe - meist auf WR Heidary Hemaseh - fanden bei den Adlern aber zu oft ihr Ziel. Die Gäste aus Berlin zeigten lediglich zu Anfang des zweiten Viertels - mit elf Punkten Rückstand - eine leichte Unsicherheit. Der Touchdown vor der Pause brachte das Momentum auf die deutsche Seite, selbst die dritte Interception von QB Kyle Callahan konnte ihnen nichts mehr anhaben. Nach der Pause funktionierte das Laufspiel noch besser, QB Kyle Callahan zeigte neben einem starken Wurfarm die eigene Schnelligkeit und erzielt den letzten Touchdown selbst. Ein Wahnsinns-Field-Goal beendet die Partie, macht Kicker Benjamin Scharweit zum MVP und kürt die Berliner Adler zum - verdienten - europäischen Meister.
Quelle: Football aktuell
Aktualisiert (Donnerstag, den 08. Juli 2010 um 09:50 Uhr)
Zurück




